Andacht für den 2. Sonntag nach Trinitatis, 21. Juni 2020 von Kirchenrat Winfried Schlüter

Das Jahr steht im Zenit. Sommersonnwende am 21. Juni. Auch das Kirchenjahr steht im Zenit und hat im Juni drei wichtige Gedenktage.

Am 24. Juni ist Johannistag. Tag Johannes des Täufers. Am 25. Juni ist Gedenktag der confessio augustana unseres Augsburgischen Bekenntnisses von 1530. Und am Ende des Monats am 29. Juni ist Peter und Paul. Gedenktag der Apostelfürsten Petrus und Paulus.

Pfingsten haben wir den heiligen Geist gefeiert, Geburtstag der Kirche. Haben geträumt von einer vom Geist bewegten Kirche. Einer Kirche, die auch die Welt bewegt. Haben auch von uns geträumt. Ein jeder von uns darf und kann Geist Träger sein. Salz der Erde, Licht auf dem Berg.

Heute mit den drei besonderen Tagen im Kirchenjahr erinnern wir an 3 wichtige Bauteile der Kirche Jesu. Meiner Kirche, in der auch ich ein Baustein bin.

Paulus in der Epistel verkündet: „wir alle hier sind ja Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen ein Bau erbaut auf dem Grund der Apostel und Propheten in dem Jesus Christus der Eckstein ist.“

 

Und dann ist da als Erster Johannes der Täufer. Sein Arbeitsplatz ist der Jordan. Sein Job Bußprediger. Sohn der Base Marias, Elisabeth. Cousin Jesu. Ein Mann zwischen den Zeiten und zwischen allen Stühlen. Verkünder des Messias, tauft ihn, sieht den Himmel offen, aber folgt dem nicht nach.

Bekennt demütig. Er muss zunehmen, ich aber abnehmen. Sagt seinem König die Wahrheit, sein Inzest ist Sünde, und wird dafür geköpft. Der Täufer Opfer göttlicher Wahrheit und seines Bekennermutes, ja ein Märtyrer.

Und ein Moderner, ein Mann des Zweifels. Fragt im Gefängnis, ist dieser Jesus da wirklich der, der kommen soll oder sollen wir auf einen anderen Erlöser warten.
Johannes ein wichtiger Baustein der Kirche Jesu, Mitbürger der Heiligen, Gottes Hausgenosse, ein Baustein von Grund auf in dem Bau in dem Jesus der Eckstein ist.

Wo berührt mich sein Lebensschicksal, seine Glaubenssuche, sein Zweifel? Sein Opfer. Seine Demut. Wo ist er mir Vorbild, Hilfe, Trost? Sein Haupt wird heute noch hoch verehrt in der Omajadenmoschee in Damaskus. Mitten im geplagten Syrien.

 

Und dann ist da der 25. Juni der Gedenktag der Augsburgischen Konfession. Dieses Bekenntnis mit seinen 27 Artikeln Ist lutherische Lehr- und Glaubensgrundlage nach der heiligen Schrift. Vorgelegt auf dem Reichstag zu Augsburg 1530 vor Kaiser und Reich. Reichsrecht bis heute, sagen Historiker.

In Kirchen lutherischer Tradition, wie unserer Landeskirche, ist es so was wie ein Grundgesetz. Pfarrer, Kirchenvorsteher werden darauf verpflichtet. Zum Lesen und Bedenken schlage man das Gesangbuch hinten auf.
Erarbeiter sind vor allem unsere Reformatoren Luther/Melanchton. Dazu Fürsten von Sachsen, Hessen, Brandenburg, freie Reichsstädte wir Nürnberg, Weißenburg und eben Augsburg.
Bekennermut liest sich in der Confessio. Glaubensüberzeugung und der Traum einer reformierten einer erneuerten Kirche Jesu. Unsere Confessio legt dar, was Evangelischen bis heute wichtig ist vor Gott in Kirche und Welt. Sie ist der mutige Versuch die Einheit der Kirche mit den Altgläubigen, Römischen, Kaiserlichen Päpstlichen zu erhalten.

Für unsere Identität unser Profil im Konzert der Konfessionen ist und bleibt die Confessio Augustana unverzichtbar. Ja die Lektüre tät sich lohnen.

Die Reformatoren mit unserer Confessio, ein wichtiger Baustein der Kirche Jesu. Mitbürger der Heiligen, Gottes Hausgenossen, Bausteine von vor 530 Jahren in dem Bau in dem Christus Eckstein ist.

Wie berührt mich diese Botschaft. Öffentlich profund, profiliert engagiert trotzig für meine Art des Glaubens einzustehen. Gerade vor Fürsten, Parteien, politischen Gestalten. Auch wenn es dazu Trotz, Dialogfähigkeit und auch manchmal Streit braucht. M. Luther war ja ein klassisches Alphatier. Melanchton eher der Ireniker.

Wie sage, ja lebe, ich es, dass mir meine protestantische Tradition mein eingeübter Glaubensschatz seit Generationen Hilfe, Trost, Anregung ist. Wertvoll auch für andere. Im Grunde unverzichtbar für ein gelingendes Leben.

 

Und dann sind da zu Guter Letzt die Apostelfürsten Petrus und Paulus mit ihrem 29. Juni. Ihr Ende kennen wir. Zur Zeit Neros sterben sie in Rom den Märtyrertod. Ihre Gräber werden verehrt. Ihren Anfang kennen wir auch. Petrus ist Handwerker, Fischer. Paulus Rabbinenschüler hochgebildeter Professor. Kirche Jesu liebt Gegensätze. Deo gratias. Versöhnte Verschiedenheit.

Petrus ist in Jerusalem für einige Zeit Vorsteher der Gemeinde. In Rom dann wohl erster Bischof. Von seinem Bekenntnis: ja Jesus du bist unser Messias, unser Erlöser, lebt Kirche bis heut. Auch von seiner Liebeserklärung lebt Kirche Jesu. Herr du weißt, dass ich dich liebhabe. Auch von seiner 2. Chance. Vergeben wird ihm der Verrat, neu wird er gesendet: weide meine Lämmer.

Paulus ist der mit den vielen Briefen im Neuen Testament, der oft nicht leichte Theologe, Streiter für Gnade und Barmherzigkeit Gottes: geliebt und angenommen sind wir von Gott ohne Vorleistung allein aus Glauben, allein aus Gnaden, allein durch Jesu Opfer.

Von seinem Eifer, seiner Denke, seiner Frömmigkeit, seiner Jesusbegegnung vor Damaskus seiner Leidenschaft Juden und Heiden gemeinsam das Evangelium nahe zu bringen auch seiner Streitlust mit den Altaposteln um der Wahrheit des Evangeliums willen, lebt Kirche bis heute.

Petrus du Paulus zwei wichtige Bausteine im Fundament der Kirche Jesu, Mitbürger der Heiligen, Gottes Hausgenossen, Bausteine in dem Bau, in dem Jesus Christus Eckstein ist. Übrigens zusammen mit vielen Frauen der ersten Stunde: Maria Salome Maria Magdalena vor allem Maria Mutter Jesu.

Wie schön, dass viele unserer Kirchen ihre Namen tragen. Wie schön, wenn ihr Lebens- und Glaubensschicksal mit Hilfe sein kann, Trost, Anregung, Vorbild, um lebendiger Baustein meiner Kirche zu sein, selbst ein glanzvolles Vorbild für die Vielen, die nach mir kommen.

Salz der Erde, ein Licht auf dem Berg. Meine Kirche nicht nur ein schöner Traum. Danke ihr guten Vorbilder Johannes, Martin Luther, Philipp Melanchton, Petrus, Paulus, ihr Frauen und Männer, ihr Mütter und Väter und ihr vielen, vielen ungezählten lieben Großeltern. …… Danke ……Amen.